Was Ausbildung wirklich kostet und was sie bringt

Die Ausbildung von Lehrlingen stellt Betriebe vor einige Herausforderungen. Diese müssen aber nicht alleine gemeistert werden. Auch nicht in finanzieller Hinsicht. Ein Beitrag von Marianna Maslo, von Maslo Solutions. 

Fragen Sie zehn Handwerksmeister, wie viel Förderung ein Betrieb für einen Lehrling im ersten Lehrjahr erhalten kann. Die meisten schätzen: ein paar hundert Euro, vielleicht tausend. Die richtige Antwort überrascht fast jeden: Über 13.000 Euro sind möglich. Nicht als Ausnahme. Nicht mit kompliziertem Antragsmarathon. Sondern als realistische Kombination aus bestehenden Förderprogrammen, die für Wiener Lehrbetriebe zugänglich sind. 

Warum Betriebe zögern
Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sagen im Gespräch dasselbe: Eigentlich würden wir gerne ausbilden, aber wir wissen nicht, wo wir anfangen sollen. Diese Unsicherheit ist verständlich. Lehrlingsausbildung bedeutet Verantwortung: Zeit, Struktur und auch Kosten. Was dabei oft übersehen wird: Diese Kosten werden zu einem erheblichen Teil von der WKO, vom WAFF oder AMS getragen. Von Programmen, die genau für diesen Zweck eingerichtet wurden und die viele Betriebe nicht kennen.

Was Ausbildung wirklich bedeutet
Ein Lehrling ist mehr als eine zusätzliche Arbeitskraft. Wer heute ausbildet, sichert sich die Fachkraft von morgen. Eine, die den Betrieb kennt, die Abläufe versteht und mit der eigenen Unternehmenskultur aufgewachsen ist. Gerade im Tischlerhandwerk hat Ausbildung eine besondere Tiefe. Es geht nicht nur um handwerkliche Fertigkeiten. Es geht um Materialverständnis, Präzision, Qualitätsbewusstsein. Um Wissen, das von Mensch zu Mensch weitergegeben wird. Nicht in der Berufsschule allein.

Der Fachkräftemangel beginnt bei uns
Beim letzten Bundeslehrlingswettbewerb überzeugten Wiener Tischlerlehrlinge mit historischen Spitzenplatzierungen. Ein deutliches Zeichen, was möglich ist, wenn Betriebe ausbilden und begleiten. Der neue Lehrlingsbeauftragte der Landesinnung, Christian Vetö, brachte es bei der Fachgruppentagung auf den Punkt: Die Nachfrage junger Menschen nach Lehrplätzen im Tischlerhandwerk ist erfreulich hoch. Was fehlt, sind Betriebe, die diese Plätze anbieten. Das ist keine Kritik. Es ist eine Einladung.

Wie Betriebe den ersten Schritt machen
Der Einstieg in die Ausbildung ist einfacher, als viele denken, wenn man weiß, welche Schritte nötig sind:

  1. Ausbildereignungsprüfung nachweisen oder anerkennen lassen
  2. Lehrbetrieb bei der Lehrlingsstelle der WKO Wien anmelden
  3. Ausbildungsplan erstellen und mit dem Lehrling schriftlich vereinbaren
  4. Förderanträge rechtzeitig stellen (vor Eintritt)

Viele dieser Schritte lassen sich mit Unterstützung erledigen. Die Landesinnung Wien steht ebenso zur Verfügung wie externe Beratungsangebote für Lehrbetriebe.

Weitere Infos und Kontakt: www.mmaslo.at