Österreichs talentierteste Nachwuchsfachkräfte der Tischler und Holzgestalter waren am 19. und 20 Juni beim Bundeslehrlingswettbewerb in Graz zu Gast. 41 Teilnehmer:innen aus ganz Österreich stellten sich in der Grazer Messe der Herausforderung, unter hohem Zeitdruck komplexe Werkstücke präzise und fachgerecht umzusetzen. Der Wettbewerb startete am Freitag, 19. Juni mit der Ankunft der Lehrlinge in der Grazer Messe und der Vorbereitung der Werkstücke. Am Abend folgte dann die traditionelle Lehrlingsvorstellung, die wie jedes Jahr ein emotionaler Höhepunkt war.
Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade
Am Samstag, 20. Juni begannen gleich am Vormittag die Bewerbe. Präzision, Kreativität und sauberes Arbeiten unter Zeitdruck entschieden am Ende darüber, wer sich zu den besten Nachwuchstischlern des Landes zählen darf. Die Aufgabenstellungen spiegelten die steigenden Schwierigkeitsgrade der Ausbildung wider: Im ersten Lehrjahr galt es eine Schatulle mit Auflage-Deckel herzustellen. Im zweiten Lehrjahr wurde eine aufwändigere Klappe gefordert und im dritten Lehrjahr musste ein komplexer Schiebemechanismus umgesetzt werden. Die Aufgabe hat Wiens Innungsmeister und Bundeslehrlingswart Mst. Ludwig Weichinger-Hieden erstellt. Im vierten Lehrjahr (Ausrichtung „Produktion“) wurde ein Picknick-Koffer mit Einlagebrett verlangt. Die Lehrlinge im vierten Lehrjahr (Ausrichtung „Planung“) planten den Präsentationsraum eines Weingutes – inklusive Bar, Verkostungs- und Präsentationsflächen. „Die Stimmung war großartig“, versichert Ludwig Weichinger-Hieden „Es wurde ruhig und konzentriert gearbeitet. Und es gab keine Verletzten.“ Kein unwesentlicher Faktor, wie der Innungsmeister versichert.
Die Ergebnisse
Für die drei Wiener Lehrlinge zählte heuer mehr der olympische Gedanke: Dabei sein ist alles. Mit einem 7. und zwei 9. Plätzen konnten Pauline Stedry (1. Lehrjahr), Benjamin Schmidt (2. Lehrjahr) und Anika Burgemeister (3. Lehrjahr) leider keinen Stockerlplatz ergattern. „Man darf nicht vergessen: Der Bundeslehrlingswettbewerb ist kein Kindergeburtstag. Hier treten nur die Besten der Besten Österreichs, nur die Sieger aus den Landeswettbewerben an. Da sind nicht nur hohe Kompetenzen gefragt, sondern auch eine tolle Tagesverfassung nötig“, weiß Ludwig Weichinger-Hieden. „Wir geben die Hoffnung aber nicht auf und freuen uns auf nächstes Jahr“.
Den festlichen Abschluss fand der Bundeslehrlingswettbwerb im Stefaniensaal des Congress Graz, wo am Abend die feierliche Siegerehrung über die Bühne ging. Den Wanderpokal für die Länderwertung darf Oberösterreich mit nach Hause nehmen, gefolgt von den Teams aus Vorarlberg und Niederösterreich. Aber auch die Teams aus Steiermark, Kärnten und Salzburg durften weitere Stockerlplätze feiern.
Jetzt schon vormerken: Der nächste Bundeslehrlingswettbewerb der Tischler und Holzgestalter wird von 18. bis 19. Juni 2027 in Tulln ausgetragen.



























































Fotos: Christine Tropper & Silvia Hasenburger
