Wo Tischlerei auf Heimkino trifft
Wer den Schauraum von Thomas Wanke im 12. Wiener Gemeindebezirk betritt, fühlt sich eher wie in einem gemütlichen Wohnzimmer als im Verkaufsraum der Tischlerei bba Innenausbau. Ein Esstisch, bequeme Sitzmöbel, sorgfältig ausgewählte Materialien und warme Holztöne laden zum Verweilen ein. Im hinteren Bereich dominiert ein großer Besprechungstisch den Raum. An den Wänden hängen handgezeichnete Skizzen von Küchen, Wohnräumen und individuellen Einrichtungslösungen. Manche davon sind erste Ideen, andere bereits realisierte Projekte. Hier empfängt Thomas Wanke seine Kundinnen und Kunden. Und wer mit ihm spricht, merkt schnell: Standardlösungen interessieren ihn wenig. „Weil ich es fad finde, wenn man immer dasselbe macht“, sagt er und lacht.
Vom Tischler zum Unternehmer
Der Weg in die Selbstständigkeit war für den gebürtigen Wiener kein spontaner Schritt. Bereits Anfang der 1980er-Jahre absolvierte er seine Tischlerlehre, machte später die Werkmeister- uns Meisterprüfung und arbeitete viele Jahre als Bauleiter in der Industrie.Doch irgendwann fehlte etwas.„Ich wollte die Dinge so machen, wie ich sie sehe und wie ich sie machen möchte. Das war letztlich der Grund, warum ich mich selbstständig gemacht habe.“Heute führt er mit bba Innenausbau einen Betrieb mit drei Mitarbeitern. Und obwohl er Chef ist, steht er noch regelmäßig selbst auf der Baustelle.„Ich arbeite nach wie vor rund 40 Prozent in der Werkstatt und bei der Montage mit. Erstens macht es mir Spaß und zweitens sehe ich selbst, welche Materialien funktionieren und welche nicht.“
Alles außer langweilig
Spezialisiert hat sich Wanke bewusst nicht. Sein Betrieb deckt die gesamte Bandbreite der Bau- und Möbeltischlerei ab. Fenstersanierungen, Türen, Parkettböden, Möbel, komplette Wohnraumlösungen oder individuelle Umbauten gehören zum Alltag.Besonders spannend wird es dort, wo die Tischlerei auf seine zweite Leidenschaft trifft: Musik.Thomas Wanke spielt selbst Saxophon. Aus dieser Begeisterung entwickelte sich im Laufe der Jahre ein eigenes Geschäftsfeld.„Irgendwann ist das Thema Akustik in den Möbelbau übergegangen.“Heute integriert er Lautsprecher unsichtbar in Wohnwände, plant Heimkinos oder verbessert die Raumakustik in Wohnungen, Büros und öffentlichen Gebäuden.Meist sei es die weibliche Kundschaft, die sagt: ‚Musik möchte ich hören, aber die Boxen will ich nicht sehen‘, so Wanke.Die Lösung: Lautsprecher verschwinden hinter Holzapplikationen, Leinwände fahren aus abgehängten Decken aus und Technik wird unsichtbar in den Wohnraum integriert.
Kunden begeistern statt verkaufen
Mindestens genauso wichtig wie die handwerkliche Arbeit ist für Wanke die Beziehung zu seinen Kundinnen und Kunden.„Ich glaube, dass ich die Leute mit meiner Leidenschaft für den Job mitnehmen kann.“Deshalb geht er manchmal ungewöhnliche Wege. Wer bei ihm eine hochwertige Küche bestellt, bekommt nicht nur neue Möbel.„Wir schenken dem Kunden zur Einweihung einen Koch, der in der neuen Küche für die Familie und Freunde kocht.“Viele sprechen noch Jahre später darüber.„Das ist für mich die beste Werbung.“
Entscheidungen für Jahrzehnte
Ein Möbelstück begleitet seine Besitzer oft viele Jahre. Genau deshalb dürfen sich Kundinnen und Kunden bei bba Innenausbau Zeit nehmen.Im Schauraum stapeln sich Muster verschiedenster Materialien und Oberflächen.„Ich gebe die Muster gerne mit nach Hause. Dort sehen die Leute das Material bei ihrem Licht, in ihrer Umgebung und in ihrem Alltag.“Oft dauert es einige Tage, bis sich eine Entscheidung herauskristallisiert.„Dann fällt die helle Farbe weg, dann die dunkle, und irgendwann bleibt genau die richtige übrig.“
Noch lange nicht fertig
Nach mehr als vier Jahrzehnten im Beruf hat Thomas Wanke fast alles gebaut, was man bauen kann. Stiegen, Wohnungen, Küchen, Heimkinos und Akustiklösungen.Gibt es trotzdem noch einen Traum?Er muss nicht lange überlegen.„Vielleicht einmal ein richtig großes Heimkino, bei dem Geld keine Rolle spielt und ich mich komplett austoben kann.“Wer ihn dabei beobachtet, wie er zwischen Handskizzen, Holzmustern und technischen Lösungen erklärt, glaubt sofort: Langweilig würde dieses Projekt garantiert nicht werden.

